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fair.news.letter | Oktober 2019

Liebe Interessierte des Fairen Handels,

haben Sie auch das Gefühl, dass das Sommerloch dieses Jahr ziemlich klein ausgefallen ist? Im Fairen Handel war jedenfalls ganz schön viel los. Wir möchten Ihnen zwei Petitionen ans Herz legen: Die erste Petition fordert die Bundesregierung dazu auf, einen gesetzlichen Rahmen zu schaffen, mit dem Unternehmen verpflichtet werden, auch im Ausland Menschenrechte und Umweltstandards zu achten. Die zweite Petition hat ein sehr konkretes Ziel und fordert von IKEA, fair gehandelten Kaffee in den Restaurants anzubieten.

Jetzt wo die Tage wieder kürzer werden, bleibt mehr Zeit für einen informativen Filmabend mit unserem DVD-Tipp „Welcome to Sodom. Dein Smartphone ist schon hier“. Und auch für ausgedehnte Herbstspaziergänge empfehlen wir Ihnen die perfekte Begleitung: den Fair-Fashion-Podcast „Step into the Future“ vom nachhaltigen Modelabel Melawear.

Einen schönen Herbst und viel Freude beim Lesen wünscht

Svenja Lambert
Redaktion des fair.news.letter

Inhaltsverzeichnis:
Wo bleibt der gesetzliche Rahmen für Menschenrechte?
Unterstützen Sie die Initiative Lieferkettengesetz
Erst die Deutsche Bahn, jetzt IKEA
Unterschreiben Sie für Fairen Kaffee im Möbelhaus
Der Grüne Knopf
Kein Zeichen für Faire Kleidung
Buchtipp: Das Plastiksparbuch
Inspirationen zum Nachahmen
Lippenbalsam: vegan und plastikfrei verpackt
Produkt-Empfehlung
„Welcome to Sodom – Dein Smartphone ist schon hier“
Spannender Dokumentarfilm jetzt auch als DVD und On Demand
Nachhaltige Textilproduktion zum Anhören
Podcast-Empfehlung: „Step into the Future“

Wo bleibt der gesetzliche Rahmen für Menschenrechte?

Unterstützen Sie die Initiative Lieferkettengesetz
Initiative LieferkettengesetzInitiative Lieferkettengesetz Bisher müssen Unternehmen keine Konsequenzen für Schäden fürchten, die sie durch ihre globalen Geschäfte verursachen. Tatsächlich zeigen erschreckende Berichte über brennende Fabriken oder zerstörte Regenwälder immer wieder: Freiwillige Initiativen für Umweltschutz und Achtung der Menschenrechte greifen zu kurz. Genau so der Appell an die individuelle Verantwortung der Verbraucher*innen: In einer Welt der globalen Warenströme ist es eine große Herausforderung, die Produktionsbedingungen zu durchschauen.

Die Lösung? Ein Lieferkettengesetz! 17 zivilgesellschaftliche Organisationen haben sich zusammengeschlossen, darunter OXFAM, Brot für die Welt, der Deutsche Gewerkschaftsbund und der Weltladen-Dachverband. Sie fordern seit September 2019 als Initiative Lieferkettengesetz einen gesetzlichen Rahmen für den Schutz von Mensch und Umwelt.

Unter www.lieferkettengesetz.de finden Sie jede Menge Informationen und Möglichkeiten, die Initiative zu unterstützen – zum Beispiel, indem Sie die Petition mitzeichnen.

Ein gemeinsames Video von Forum Fairer Handel und Weltladen-Dachverband bringt die Forderung auf den Punkt.

Erst die Deutsche Bahn, jetzt IKEA

Unterschreiben Sie für fairen Kaffee im Möbelhaus
Fairtrade-Kaffee bei IKEAChange.org Melanie Weigel hatte den Wunsch, in Schnellzügen der Deutschen Bahn fair gehandelten Kaffee trinken zu können. 2017 ist er in Erfüllung gegangen. Unterstützt wurde sie von über 70.000 Menschen, die ihre Online-Petition „Fairer Kaffee in der Deutschen Bahn“ unterzeichneten.

Aktuell läuft eine Petition, um das Einrichtungshaus IKEA zum Ausschank von fair gehandeltem Kaffee zu bewegen.

Der Möbelgigant lockt viele Besucher*innen in seine Restaurants und rangiert auf Platz acht der größten Essensketten Deutschlands. Derzeit schenkt das Unternehmen UTZ- und Bio-zertifizierten Kaffee aus. Da das Siegel UTZ weder Mindestlöhne noch stabile Preise für die Produzent*innen garantiert, fordert Melanie Weigel IKEA dazu auf, fairen Kaffee einzuführen. Dies wünschen sich auch die rund 28.000 Unterzeichner*innen, die die Petition bereits mittragen.

Hier können auch Sie unterstützen: www.change.org/ikea-kaffee
Instagram: melanie__weigel

Der Grüne Knopf

Kein Zeichen für Faire Kleidung
Der Grüne Knopf„Agentur Tinkerbelle“, Key Visual Seit Anfang September 2019 gibt es mit dem Grünen Knopf das erste staatliche Textilsiegel in Deutschland. Ziel des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) ist es, Verbraucher*innen damit beim Kauf von nachhaltigen Textilien zu unterstützen. Um den Grünen Knopf zu bekommen, verpflichten sich Unternehmen freiwillig, bestimmte Sozial- und Umweltstandards einzuhalten.

Es ist richtig und höchste Zeit, dass die Politik das Thema der verantwortungsvollen Produktion endlich angeht. Aber der bessere Weg wäre ein gesetzlicher Rahmen für die Arbeitsbedingungen in internationalen Lieferketten. Freiwillige Maßnahmen wie der Grüne Knopf werden aus Sicht des Weltladen-Dachverbandes keine große Breitenwirkung erzielen. Ein Defizit des Grünen Knopfes ist außerdem, dass die Zahlung von existenzsichernden Löhnen nicht vorgeschrieben ist, sondern nur Mindestlöhne, die in der Regel nicht zum Leben reichen. Hinzu kommt, dass die Kriterien nicht alle Produktionsschritte vom Baumwollfeld bis zum fertigen Produkt abdecken. In vielen Weltläden dagegen finden Sie Kleidung von Lieferanten, die auf faire Bedingungen in der gesamten Produktionskette achten.

Zum Weiterlesen hier ein Beitrag der Kampagne für saubere Kleidung.

Buchtipp: Das Plastiksparbuch

Inspirationen zum Nachahmen
Plastik-Sparbuch Wie können wir dazu beitragen, Plastikmüll zu vermeiden? Die Autor*innen dieses Buches haben mehr als 300 Ideen zur Plastikvermeidung in Küche, Bad und Haushalt zusammengestellt. Von der Herstellung von Putzmitteln und Kosmetikprodukten bis hin zu selbstgemachtem Mozzarella-Käse: Alle Anleitungen zum Selbermachen sind einfach erklärt, meist leicht in der Umsetzung und kommen mit wenigen Zutaten aus. Und vor allem macht es viel Spaß, sie umzusetzen. Im Buch gibt es außerdem zahlreiche Tipps zur plastikfreien Aufbewahrung, zu Bezugsquellen wie plastikfreien Online-Shops und vieles mehr.

Auf der Website werden alle Buchinhalte zur Verfügung gestellt und man kann dort auch viele der Grundzutaten, die in den Rezepten verwendet werden, direkt bestellen. www.smarticular.net


Lippenbalsam: vegan und plastikfrei verpackt

Produkt-Empfehlung
Lip BalmsEl Puente Der Faire Handel bietet nicht nur schönes Kunsthandwerk und köstliche Lebensmittel an, sondern auch pflegende Naturkosmetik. Probieren Sie doch mal einen der drei Lip Balms, die El Puente im Programm hat. Sie enthalten fair gehandeltes Aprikosenkernöl, Mandelöl und Sheabutter und duften nach Aprikose, Vanille oder Limette. Auf synthetische Duft- und Farbstoffe, Erdölchemie oder genmanipulierte Inhaltsstoffe wird hier verzichtet – ebenso auf Mikroplastik. Das praktische wiederverschließbare Döschen mit Drehverschluss ist ebenfalls plastikfrei und passt in jede Tasche. Durch die Rezeptur, die vegan und halal ist, ist dieser Lip Balm der perfekte Herbstbegleiter für jede*n.

Den Lip Balm gibt es im Weltladen und im Online-Shop von El Puente.


„Welcome to Sodom – Dein Smartphone ist schon hier“

Spannender Dokumentarfilm jetzt auch als DVD und On Demand
Welcome to Sodom Eine der größten Elektro-Müllhalden der Welt befindet sich im Stadtteil Agbogbloshie in Accra, Ghana. Rund 6.000 Männer, Frauen und Kinder leben und arbeiten hier. Sie selbst nennen diesen Ort „Sodom“. Die österreichischen Filmemacher verbrachten mehrere Monate in Agbogbloshie und haben einen Film geschaffen, der in gewaltigen Bildern den Alltag der Menschen portraitiert, die europäischen Elektroschrott ausschlachten, um an die wertvollen metallenen Rohstoffe zu gelangen.

„Welcome to Sodom“ ist ein Dokumentarfilm, der den Zuschauer*innen nichts erklärt, er erhebt nicht den moralischen Zeigefinger und er gibt keine Antworten. Er lädt das Publikum ein, den Mikrokosmos von Agbogbloshie zu sehen und zu entdecken, auch ohne ihn zu verstehen. Nach diesem Film hat man den Kopf voller Fragen und voller Bilder – Bilder, die mächtig sind, die beeindruckend und berührend sind, die zugleich unfassbar schön und verstörend sind.
Wer es nicht ins Kino geschafft hat, um den Film zu sehen kann das ab 10. Oktober 2019
auf DVD und Blu-Ray, als Video-On-Demand und digitalem Download nachholen.
Alle Infos dazu gibt es hier: www.welcome-to-sodom.de

Nachhaltige Textilproduktion zum Anhören

Podcast-Empfehlung: „Step into the Future“
Podcast Step into the future Das nachhaltige Modelabel Melawear ist in den Weltläden schon lange kein Neuling mehr. Viele Leser*innen kennen daher die schönen Ansvar-Rucksäcke oder die MELA-Sneaker.

Aber haben Sie auch schon vom Podcast „Step into the Future“ gehört, den Melawear ein- bis zweimal pro Monat veröffentlicht? Die etwa zwanzig-minütigen Folgen behandeln Themen aus der nachhaltigen Textilindustrie: vom Baumwollanbau bis zur Bedeutung von Textilsiegeln wie dem Fairtrade Cotton Standard. Neben eigenen Erfahrungen innerhalb des Unternehmens werfen sie einen Blick auf die Entwicklung von nachhaltiger Mode, ihr Potenzial und ihre Herausforderungen. Dabei kommen auch immer wieder Gäste aus Politik, Wissenschaft oder der Modebranche zu Wort.

Den Podcast gibt es bei den bekannten Podcatchern und auf der Website von Melawear.


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ÜBER UNS

Der Weltladen-Dachverband e.V. wurde 1975 als Interessenvertretung der Weltläden gegründet und hat ca. 450 Mitglieder. Ein wichtiges Ziel ist, die Idee des Fairen Handels der Weltläden in der Öffentlichkeit und der Politik bekannter zu machen. Weltläden sind Fachgeschäfte des Fairen Handels. Sie setzen sich für mehr Gerechtigkeit im Welthandel ein – durch den Verkauf fair gehandelter Produkte, durch Informations- und Bildungsarbeit und durch die Beteiligung an politischen Kampagnen.

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