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Weltladen
fair.news.letter | März 2022

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Nachrichten der letzten zwei Wochen erschüttern uns. In tiefer Sorge blicken wir auf die Not der Ukrainerinnen und Ukrainer.
Und gleichzeitig verfolgen wir unsere Arbeit im Fairen Handel weiter, denn wir sind überzeugt, dass globale Solidarität in diesen Zeiten von besonderer Bedeutung ist. Der Faire Handel trägt täglich dazu bei, die Arbeits- und Lebensbedingungen vieler Menschen weltweit zu verbessern. Und es macht Mut zu sehen, wie viele Menschen sich hierfür engagieren.
So auch die Menschen der Organisation Sekem in Ägypten. Die vom Träger des Alternativen Nobelpreises Ibrahim Abouleish gegründete Initiative macht seit über 40 Jahren Wüste landwirtschaftlich nutzbar.
Außerdem stellen wir Ihnen mit dem Wir.Kaffee den ersten Kaffee aus solidarischer Landwirtschaft vor.
Und wir freuen uns darüber, dass die Europäische Kommission endlich einen Entwurf für ein EU-Lieferkettengesetz präsentiert hat.

Ich wünsche Ihnen eine gute Lektüre und uns allen einen baldigen Frieden!

Stefanie Krass
Redaktion fair.news.letter

Inhaltsverzeichnis:
Initiative Lieferkettengesetz
EU-Lieferkettengesetz: Entwurf veröffentlicht
Pilotprojekt
Wir.Kaffee: Der erste Kaffee aus solidarischer Landwirtschaft
Systemwandel ist notwendig
Ausbeuterische Kinderarbeit abschaffen
Handelspartner-Portrait
Sekem – das Wunder aus der Wüste
Einer von 900
Weltladen Fair Fashion in Hofheim
Stellenausschreibungen
Zwei Regionalkoordinator*innen gesucht
Beitrag zum Schutz bedrohter Tierarten
Fairer Handel und Artenschutz
Rezept
Kartoffel-Erbsen-Samosas

Initiative Lieferkettengesetz

EU-Lieferkettengesetz: Entwurf veröffentlicht
Europafahnen vor dem Gebäude der EU-Kommission in BrüsselBild: Unsplash/Guillaume Perigois Die EU-Kommission hat am 23. Februar ihren lang erwarteten Entwurf für die „Richtlinie über die Sorgfaltspflicht von Unternehmen im Bereich der Nachhaltigkeit" veröffentlicht. Mit diesem Vorhaben möchte die Europäische Union Unternehmen dazu verpflichten, Risiken für Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörung in ihren Lieferketten zu ermitteln und Gegenmaßnahmen zu ergreifen.
Obwohl der Entwurf an einigen Stellen über das deutsche Lieferkettengesetz hinausgeht, geht er uns nicht weit genug und wir halten ihn – trotz einiger positiver Aspekte – für verbesserungswürdig.
Erfahren Sie auf unserer Website, welche Lücken und Schlupflöcher wir in dem Entwurf sehen und wie es jetzt weitergehen sollte. Auch das Forum Fairer Handel hat eine Einschätzung zum EU-Lieferkettengesetz veröffentlicht.

Pilotprojekt

Wir.Kaffee: Der erste Kaffee aus solidarischer Landwirtschaft
Gruppenfoto Besuch beim Handelspartner in NicaraguaBild: Café Chavalo Das Prinzip der Solidarischen Landwirtschaft, (kurz: SoLawi) ist hierzulande inzwischen recht verbreitet. Es geht darum, dass mehrere private Haushalte sich die Kosten eines landwirtschaftlichen Betriebs teilen und dafür im Gegenzug dessen Ernteertrag erhalten. Dem Weltladen-Netzwerk Iller-Lech gemeinsam mit dem Kaffeeimporteur Café Chavalo ist es nun gelungen, das Konzept der Solidarischen Landwirtschaft auf den Kaffee-Anbau zu übertragen. In einem wegweisenden Pilotprojekt teilen sich nicaraguanische Kaffeebäuer*innen und deutsche Konsument*innen das Risiko und den Erfolg  für den Anbau des Wir.Kaffee.
Im Interview erzählen Dr. Ina Schicker, die Koordinatorin der Weltläden in der Region Iller-Lech, und Kaffeeimporteur Jens Klein, wie es zu dem Projekt gekommen ist und was es für die Kaffee-Produzent*innen in Nicaragua bedeutet. Ernteanteile für den Kaffee können über den Weltladen Bergedorf bezogen werden.

Systemwandel ist notwendig

Ausbeuterische Kinderarbeit abschaffen
Zwei Kinder laufen durch ein Reisfeld, jedes trägt ein Bündel Reispflanzen auf der Schulter.Bild: Helge Bendl/Brot für die Welt Im Globalen Süden müssen Kinder oft hart arbeiten, anstatt zur Schule gehen zu können. Sie ernten Baumwolle oder Tabak, arbeiten in Steinbrüchen oder im Kakaoanbau – nicht zuletzt, um uns im Globalen Norden preisgünstig mit Gütern zu versorgen. Ab wann aber ist Kinderarbeit ausbeuterisch? Und warum wurde das Ziel der Vereinten Nationen, ausbeuterische Kinderarbeit bis zum Jahr 2021 abzuschaffen, nicht erreicht? Antworten auf diese und andere Fragen gibt der Online-Artikel aus der Winter-Ausgabe unseres Kundenmagazins.

Handelspartner-Portrait

Sekem – das Wunder aus der Wüste
Dattelbauern beim Sortieren der ErnteBild: El Puente-Sekem Sekem, die „Kraft der Sonne“, steht für ein nachhaltiges Zukunftsmodell durch ökologische Landwirtschaft. Es begann im Jahr 1977 in Ägypten mit der Kultivierung von 70 Hektar Wüstenland; heute vereint das Unternehmen mehrere landwirtschaftliche und verarbeitende Betriebe, die nach ökologischen und fairen Standards arbeiten. Das Unternehmen, das unter anderem die in Weltläden sehr beliebten Dattelriegel produziert, versteht sich dabei nicht nur als Arbeitgeber, sondern als Ort der Gemeinschaft und persönlichen Entwicklung.
Für sein Geschäftsmodell, das Profitabilität mit Respekt vor Mensch und Umwelt kombiniert, wurde der Gründer Ibrahim Abouleish 2003 mit dem „Alternativen Nobelpreis“ ausgezeichnet.
Mehr über den besonderes Ansatz von Sekem und was das Unternehmen in der Region bewirkt, finden Sie auf unserer Website.

Einer von 900

Weltladen Fair Fashion in Hofheim
Weltladen Fair Fashion in HofheimBild: Sabine Klein Mehr als 900 Weltläden gibt es in Deutschland – alle sind unterschiedlich, aber dennoch Teil einer großen, gemeinsamen Bewegung. In dieser Rubrik stellen wir ausgewählte, besondere Weltläden vor, die Lust machen, die Vielfalt der Weltläden zu entdecken.
Heute geht es um den Weltladen Fair Fashion in Hofheim am Taunus, der erst Anfang Februar eröffnet wurde. Weltladen mit einem reinen Modesortiment sind in Deutschland zwar noch selten, jedoch werden es immer mehr.
Lesen Sie in unserem Interview mit Oliver Bernhard, Vorstandsmitglied des Trägervereins Faire Welt e.V., was das Weltladen-Team dazu motiviert hat, den Laden zu gründen, welche Hürden es auf dem Weg zur Eröffnung zu überwinden galt und auf welch positive Resonanz der Laden im Ort stößt.

Stellenausschreibungen

Zwei Regionalkoordinator*innen gesucht
Weltladen Fair Fashion in Hofheim Für sein neues Projekt „Weltläden engagiert in Kommunen“ sucht der Weltladen-Dachverband zwei Regional-Koordinator*innen für die Regionen mittleres Brandenburg und Südost Niedersachsen. Ziel des Projektes ist der Ausbau und die Verbesserung von Kooperationsstrukturen zwischen Weltläden und Kommunalverwaltungen. Zu den Aufgaben der Stellen mit 19 Wochenstunden gehören insbesondere die Begleitung und Beratung der Weltläden und Kommunalverwaltungen in der Region, sowie die Organisation und Durchführung von Vernetzungstreffen und Workshops.
Anstellungsbeginn ist der 1. April oder spätestens der 1. Mai 2022, Bewerbungsschluss ist am 20. März. Die vollständigen Stellenausschreibungen finden Sie auf unserer Website.

Beitrag zum Schutz bedrohter Tierarten

Fairer Handel und Artenschutz
ElefantenherdeBild: Aktionsgemeinschaft Artenschutz/Birgit Braun Ob Elefanten, Nashörner oder der Feldhamster - weltweit sind zahlreiche Tierarten in ihrem Bestand gefährdet. Die Gründe dafür sind vielfältig: Zum einen bedroht insbesondere im Globalen Norden der Mensch und die Art, wie wir leben, das Überleben vieler Arten. Vor allem im Globalen Süden ist es jedoch oft die prekäre ökonomische Situation der Menschen, die sie zur Gefahr für bestimmte Tierarten werden lässt.
Hier erfahren Sie, welchen Beitrag der Faire Handel zum Artenschutz im Globalen Süden leisten kann.

Rezept

Kartoffel-Erbsen-Samosas

Kartoffel-Erbsen-Samosas mit DipBild: Forum Fairer Handel/SHESHE Studio

Kartoffel-Erbsen-Samosas: Zusammen mit einem Gurken-Dip ein herzhafter Snack, der auf jedem Büffet gut ankommt. Viele der Zutaten gibt es auch in Weltläden.
Das Rezept aus dem Rezeptheft der letzten Fairen Woche finden Sie auch online.

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ÜBER UNS

Der Weltladen-Dachverband e.V. wurde 1975 als Interessenvertretung der Weltläden gegründet und hat ca. 460 Mitglieder. Ein wichtiges Ziel ist, die Idee des Fairen Handels der Weltläden in der Öffentlichkeit und der Politik bekannter zu machen. Weltläden sind Fachgeschäfte des Fairen Handels. Sie setzen sich für mehr Gerechtigkeit im Welthandel ein – durch den Verkauf fair gehandelter Produkte, durch Informations- und Bildungsarbeit und durch die Beteiligung an politischen Kampagnen.

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